Jahresrückblick 2018 - Landratsamt Eichstätt Brand- und Katastrophenschutz

31. März 2019
News

Start der neuen Alarmierung
War im Jahr 2017 die Planungen für die neue Alarmierung der Feuerwehren ein großes Thema, stand Anfang 2018 die Testreihe der neuen Alarmierungsbeplanungen an. Die Tests konnten positiv abgeschlossen werden, und so konnte am 24.01.2019 die endgültige Freigabe an den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung gegeben werden. Nach Start der neuen Alarmierung mussten kleine Kinderkrankheiten ausgemerzt werden, sowie Feinheiten eingestellt und angepasst werden. Im Großen und Ganzen sind wir jedoch mit dem Ergebnis zufrieden und konnten uns schnell auf die weiteren Planungen konzentrieren. So wurde u.a. das Modul Gefahrgutzug erneuert sowie das Modul Einsatzstellenmesstrupp Landkreis Eichstätt eingeführt.
Außerdem wurden viele Stunden bei den Feuerwehren vor Ort verbracht, um deren Alarmierungsplanung auf den neuesten Stand zu bringen.

Im gleichen Zuge wurde ein Fachberatungskonzept im Landkreis Eichstätt eingeführt, welches so in Oberbayern/Bayern einmalig sein dürfte: Fachberater ABC – bestehend aus einem Team von 5 Personen: Fach-KBM Gefahrgut Meier, stellv. Fach-KBM Gefahrgut Armbruster (beide Spezialisten im Bereich Gefahrgut allgemein), Fachberater A Herr Euringer (Strahlenschutzbeauftragter einer Raffinerie), Fachberater BC Herr Dr. Selz (Mediziner), Herr Dr. Stur (Chemiker).
Damit wurde die Fachberatung ABC im Landkreis Eichstätt optimal aufgestellt. Ausgebildet wurden  sie durch die Staatlichen Feuerwehrschulen und die jeweilige persönliche berufliche Vorbildung.

Katastrophenschutz – Sonderpläne
Neben dem Sonderplan Evakuierung, stand der Sonderplan Warnung der Bevölkerung sowie der Sonderplan Hochwasser des Landkreises Eichstätt auf der Agenda zur Aktualisierung.
Für den Sonderplan Hochwasser hielt das Landratsamt Eichstätt mehrere Workshops für betroffene Gemeinden ab, um ihnen bei der Erstellung der Gemeindlichen Hochwasser Planungen zu helfen.
Die gemeindlichen Pläne stellen u.a. einen Bestandteil des Landkreis Sonderplanes für Hochwasser dar. Der Sonderplan Warnung der Bevölkerung wurde komplett neu erstellt. Grund hierfür waren der AK-MOBELA, welcher sich mit den vordefinierten Texten zur Warnung der Bevölkerung auseinander gesetzt haben, sowie die Einführung von „MoWaS – Modulares Warnsystem“ mit der WarnApp NINA und außerdem die Bereitstellung eines Facebook-Accounts. Die vorangegangen Projekte hatten zur Folge, dass der Sonderplan zur Warnung der Bevölkerung nicht dem Stand der Zeit entsprach.
Er wurde im Hause aktualisiert und sowie auf der Fachtagung „Aktuelle Themen Katastrophenschutz“ (BVS in Arbeit mit dem StMI) vorgestellt.
Am 11.10.2018 explodierte im Landkreis Pfaffenhofen die Bayernoil Raffinerie in unmittelbarer Nähe zum Landkreis Eichstätt. Dieses Ereignis hatte keine direkten Auswirkungen auf den Landkreis Eichstätt, jedoch zog das Ereignis viele Nachbesprechungen, Erkenntnisauswertungen, und ähnliches nach sich, da ja der Landkreis Eichstätt selbst über eine Raffinerie verfügt.

AK-MOBELA,
ein Arbeitskreis, dessen Ergebnis von Bayern bis Schleswig-Holstein bekannt ist.
Der Arbeitskreis entwickelte einheitliche Sprachdurchsagen zur Warnung der Bevölkerung und ließ diese im Tonstudio aufnehmen. Sämtliche Kreisverwaltungsbehörden in Bayern, sowie vereinzelte Feuerwehren und Behörden in der weiteren Bundesrepublik haben die Warndurchsagen des AK-MOBELA bezogen und nutzen diese zur Warnung der Bevölkerung.

Aus dem AK-Drohne werden: Pilot, Spotter und Operator
Wie im Jahresbericht 2017 mitgeteilt, hat sich der AK-Drohne mit der Beschaffung eines unbemannten Luftfahrzeuges beschäftig. Diese konnte im März 2018 nach erfolgreicher Ausschreibung bei der Firma Globeflight abgeholt und nach erfolgreicher 2 Tages-Schulung (speziell für die Anforderungen der BOS) in Betrieb genommen werden. Seither war sie schon mehrfach im Einsatz und hat u.a. bei einem Brand in einem Entsorgungsunternehmen den Einsatzkräften bei der Suche nach weiteren Brandherden tatkräftig zur Seite gestanden.

Ausbildung ist das A und O
Damit die Atemschutzgeräteträger im Landkreis Eichstätt bestens für den Ernstfall gerüstet sind, wurde im Jahr 2018 der Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes für eine Woche im Landkreis Eichstätt stationiert. Erstmalig stand dieser in Eichstätt auf dem Volksfestplatz. Dem Standort geschuldet, erforderte die Stationierung im Landkreis diesmal einen erheblichen Mehraufwand zur Organisation, da Infrastrukturen wie Schulungsraum und Sanitäre Einrichtungen bereitgestellt werden mussten. Dennoch war der Brandcontainer wieder ein voller Erfolg und wir konnten einige Atemschutzgeräteträger im Landkreis Eichstätt fortbilden und schulen.

Täglich grüßt das Murmeltier
Wie jedes Jahr standen wieder die Frühjahresdienstversammlungen, die Herbstdienstversammlung sowie die Ausschusssitzung des KFV und weitere KBM-Sitzungen auf der Tagesordnung.
Neben diesen festen Terminen gab es viele weitere Termine, wie das KatS-Sachbearbeiter Regions-Meeting, das ILS-Meeting des Lkr. Eichstätt, Sitzungen mit Vertretern des BRK´s oder die verschiedenen Arbeitskreissitzungen.
Zeitlich gesehen ist bei diesen Terminen von 07:00 Uhr morgens oder bis 23:00 Uhr abends.

Verabschiedung von geschätzten Kollegen
Die Zusammenarbeit in der Region 10 wurde im Jahresbericht 2017 bereits dargestellt. Das gute Verhältnis untereinander bewiesen die Vertreter der Behörden beim gemeinsamen Abschied des Kollegen Volker Gebert (Neuburg) in den wohlverdienten Ruhestand Es nahmen alle Vertreter der Region teil.
Im Juli 2018 fand ebenfalls die Verabschiedung von Herrn Kreisbrandmeister Walter Müller statt. Walter Müller wurde nach Beendigung seines aktiven Dienstes aus gesundheitlichen  Gründen zum Ehren-Kreisbrandmeister ernannt. Hier nahm ein Vertreter des Landratsamtes selbstverständlich teil. Herr Walter Müller hat stets sehr gute Dienste im Namen der Kreisbrandinspektion geleistet. Sein Nachfolger Uwe Schuster wurde gleichzeitig in das Amt des Kreisbrandmeisters eingeführt.

Großbaustellen und Alarmierungsplanung
Die Alarmierungsplanung lebt von den öffentlichen und privaten Verkehrswegen, die dazu dienen um an die verschiedenen möglichen Einsatzstellen zu kommen. Daher ist es unvermeidlich, dass jede Straßensperre im Landkreis überprüft wird ob diese Auswirkungen auf die Alarmierungsplanung hat. Ggf. müssen die Planungen an die Baustelle angepasst werden.
Eine Großbaustelle, wie die Weberkreuzung in Hepberg/Lenting setzt eine enge Zusammenarbeit des Straßenbaulastträgers sowie der Kreisverwaltungsbehörde voraus. So hat es im Vorfeld zum Baubeginn Abstimmungsgespräche mit dem Staatlichen Bauamt Ingolstadt gegeben, um die Alarmierung während der verschiedenen Bauphasen optimal aufrecht zu erhalten.

Verschnaufpause? Nicht dieses Jahr
Im Jahr 2017 konnten wir von einem „Terminfreien“ August berichten. Dieser wiederholte sich nicht, da sich der August 2018 terminintensiver darstellte. Anfang August waren Abstimmungstermine zur Notstromversorgung des Landratsamtes und die Erneuerung der Fahrbahn BAB A9 große Themen, während in der zweiten Augusthälfte eher Urlaubsabwesenheiten im Kalender standen, welche Terminfindungen o.ä. schwierig gestalteten.

Long-Life-Learning
Wie alle 2 Jahre führte die Kreisbrandinspektion im Jahr 2018 wieder eine eigene Leistungsprüfung durch. Fehlende Positionen wurden durch Feuerwehrler der Stadt Eichstätt ersetzt. Alle Teilnehmer konnten Ihr Abzeichen im Empfang nehmen.

Katastrophenschutz a la Carte
In Zusammenarbeit mit einem Kartographen und Lehrbeauftragten an der Hochschule München konnte ein Studienprojekt „Allgemeine Gefahrenkarte“ umgesetzt werden. Die Idee entstand bei einem Waldbrandbeobachtungsflug über dem Landkreis Eichstätt mit dem Kartographen (Pilot) und dem KatS-Sachbearbeiter Landkreis Eichstätt und konnte innerhalb kürzester Zeit begonnen werden. Ein Abschluss steht im Jahr 2019 an.

Ausblick 2019
Noch im Jahr 2018 wurden die Aufträge für 3 Stromerzeuger á 100 KVA ausgeschrieben und erteilt.
Eine Lieferung wird zur Mitte des Jahres erwartet. Durch eine Stationierung beim Kreisbauhof, am Landratsamt und beim THW stellt der Landkreis somit eine Möglichkeit zur autarken Stromversorgung her. Das Landratsamt wird selbst durch ein solches Aggregat gespeist.

Sonstiges:
Dem Wunsch der ICE-Feuerwehren konnte entsprochen werden und es konnten am 07.02.2018 Schleifkorbtragen an alle entsprechend eingeplanten Feuerwehren übergeben werden.
Um auf Stand zu bleiben, wurde am 08.11.2018 die 2-Jährliche-Planbesprechung EPS-Pipeline durchgeführt.  

Als Jahresabschluss feierte das Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung am 12.12.2018 eine gesellige Weihnachtsfeier in Ingolstadt.
Ein arbeitsintensives Jahr 2018 ist vergangen und wir blicken und zuversichtlich positiv in die Zukunft.

Ein herzliches Dankeschön an alle ehrenamtlichen Kräfte, die uns in unserer Arbeit unterstützen.

Auf ein weiteres produktives und erfolgreiches Jahr 2019 im Brand- und Katastrophenschutz für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Eichstätt.

Eichstätt, Februar 2019
David Vogl
Fachbereichsleiter
Brand- und Katastrophenschutz